Deutsche, kauft deutschen Hanf!

Quelle: hanfverband.de

Das Gesundheitsministerium hat entschieden, in Deutschland über eine Cannabisagentur Hanf für medizinische Zwecke anbauen und verkaufen zu lassen. Eine entsprechende Änderung des BtmG soll in den nächsten Monaten parlamentarisch beschlossen werden. Und auch international schreitet die Liberalisierung von Cannabis voran.

In Zukunft können sich wohl Schmerzpatienten oder hyperaktive Menschen in der Apotheke Hanfprodukte aus deutschem Anbau kaufen. Möglich wird dies durch eine Cannabisagentur, die den Bedarf feststellen, Aufträge über den Anbau vergeben und den Hanf schließlich an Großhändler, Arzneimittelhersteller und Apotheken verkaufen soll. Das ist ein Schritt, den der deutsche Hanfverband  „erfreut und überrascht“ begrüßt – mit dem Hinweis wenngleich, dass erst eine Anbau-Erlaubnis für den privaten Raum eine gänzlich zufriedenstellende Lösung sei.
Vorerst wird bei uns sicherlich eine Situation wie etwa in Tschechien zu erwarten sein, wo eine Cannabisagentur und inländischer Anbau bestehen, der Verkauf dabei aber streng staatlich kontrolliert wird. Andererseits ist Tschechien generell bekannt für einen liberalen Umgang mit Hanf und gesellschaftlich geduldeter Eigenanbau ist – wie etwa in der Schweiz – keine Seltenheit.
Wo es ist Deutschland an dieser Akzeptanz noch mangelt, kann eine eigene Hanfproduktion alte Denkmuster lockern und die zahlreichen Vorteile der Nutz-, Medizin- und Genusspflanze wieder ins Bewusstsein integrieren und Vorurteile abbauen. Neben Produkten wie deutschen Hanf-Jeans, können auch die Vorteile für Menschen mit Beschwerden und der steigende medizinische Bedarf, der in Deutschland ja bereits zu einem winzigen Teil mit holländischem Cannabis erfüllt wird, dazu beitragen. Übrigens: Die fünf häufigsten Diagnosen, für die in der BRD Cannabis verschrieben wird, sind laut DHV chronische Schmerzen, Multiple Sklerose, ADHS, Tourette-Syndrom und depressive Störungen.
Derweil beschloss gestern in Mexiko der oberste Gerichtshof, dass ein Konsumverbot die Persönlichkeitsrechte einschränke und deshalb verfassungswidrig sei und Uruguay versucht, das bis jetzt revolutionärste Freigabe-Projekt durchzusetzen, nach dem Besitz, Konsum und der Eigenanbau von bis zu sechs Pflanzen pro Person erlaubt sein sollen. In ganz Lateinamerika ist das Interesse an diesem „Experiment“ verständlicherweise groß, denn es stellt einen Ausweg aus den brutalen Drogenkriegen dar, mit denen viele Länder zu kämpfen haben.
Auch aus den USA hört man seit diesem Frühjahr vieles und viel gutes über das Konzept von Legalisierung und staatlichem Anbau in Colorado, Washington, Oregon und Alaska (siehe Weltkarte des Kiffens der SZ). Women Grow zum Beispiel ist ein Zusammenschluss von aufstrebenden Geschäftsführerinnen in der Marijuana-Branche – mit der Legalisierung entsteht nun natürlich ein neuer Industriezweig und viele der allseits beliebten Arbeitsplätze. Die Akzeptanz in der Bevölkerung scheint hier mitzuziehen, wie zumindest eine aktuelle Gallup-Umfrage zeigen soll. Bei so vielem, das aus den Staaten zu uns herüberschwappt, wären diese Entwicklungen auf jeden Fall eine gelungene Abwechslung zu Militärbasen und Junkfood. Auch Nachbar Kanada plant einen großen Schritt: nach der Wahl von Justin Trudeau zum Prime Minister will dieser die bisherige Drogenpolitik verändern und eine komplette Legalisierung durchsetzen – Hanfanbau und medizinische Nutzung wird in Kanada ohnehin schon länger praktiziert.
Es ist begrüßenswert, dass sich die Konservativen in Deutschland nun zumindest für den medizinischen Einsatz und eine Erleichterung des Zugangs einsetzen – es bleibt abzuwarten, wie schnell die letzten Vorbehalte aufbrechen und ein vernünftiger, freier und informierter Umgang mit pflanzlichen Wirkstoffen ermöglicht wird.
Zum Schluss noch eine Anekdote vom UNO-Büro für Drogen- und Verbrechensbekämpfung in Wien: Dessen Ärztin und Leiterin der Abteilung HIV/Aids sprach sich in einem geleakten internen Memo für die Legalisierung aller Drogen aus und begründete ihre Forderung mit dem Hinweis auf die Kriminalisierung als Ursache für die schlechteren Lebensumstände und den gesundheitlichen Zustand vieler Betroffener. Dass der „War on drugs“ verloren und sinnlos ist wollen vor allem die USA nicht einräumen und setzten wahrscheinlich die UNODC unter Druck, das Papier nicht wie vorgesehen auf der internationalen Drogenkonferenz in Kuala Lumpur beizutragen.

Quellen:
Foto: DHV
http://www.welt.de/politik/deutschland/article148282816/Bundesregierung-organisiert-Anbau-von-Cannabis.html
http://www.sueddeutsche.de/thema/360%C2%B0_Legalisierung_von_Cannabishttp://www.welt.de/politik/deutschland/article148282816/Bundesregierung-organisiert-Anbau-von-Cannabis.html
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/mexiko-oberster-gerichtshof-erlaubt-marihuana-konsum-a-1061174.html
http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2015-11/mexiko-gericht-marihuana

Zum Weltfriedenstag in Deutschland

Quelle: http://www.mahnwache-hamburg.de

Der 1. September ist in Deutschland Antikriegs- bzw. Friedenstag – der internationale Weltfriedenstag findet am 21. September statt. Heute daher nur etwas zu den historischen Hintergründen plus Kommentar und am 21. September dann ein längerer Artikel zu global agierenden Organisationen für den Frieden und Zuständen in Krisengebieten, die trotz allem Hoffnung geben.

Die Ursprünge der verschiedenen Weltfriedenstage gehen bis 1845 zurück, als pazifistische Briten aus Kirchenkreisen einen Friedenssonntag durchsetzten, der auf den letzten Sonntag vor Weihnachten fiel. Auch einige Künstler und Minister Großbritanniens hielten Ende des 19. Jahrhunderts (22.02.1896) eine Kundgebung ab, die dazu aufrief, Streitfragen präventiv durch eine internationale Schiedsgerichtbarkeit zu lösen und so die Entstehung von Kriegen zu verhindern. Auch das International Peace Bureau wurde in dieser Zeit gegründet, die erste Friedenskonferenz in Den Haag fand am 18.05.1898 mit staatlichen Vertretern von 26 Nationen statt und in den folgenden Jahren bis zum ersten Weltkrieg entwickelten sich verschiedene Friedenstage und Antikriegsdemonstrationen – zum Beispiel der 18. Mai oder der 22. Februar, an dem im Jahre 1906 international 600 Städte teilnahmen.
Nach dem ersten Weltkrieg zu Beginn der Weimarer Republik formierte sich die Deutsche Friedensgesellschaft, die 1920 eine erste Kundgebung hielt. Auch andere Organisationen wurden gegründet, doch als die Friedenstage in Deutschland eine immer nationalistischere Färbung bekamen, bereits 1928 mit der deutschen Wiederaufrüstung begonnen wurde und die NSDAP an Macht gewann, verfiel die pazifistische Bewegung in Ohnmacht und wurde erst nach dem zweiten Weltkrieg wieder präsent.
So gab es dann am 1. Septmeber 1957 erstmals in der BRD den Antikriegstag, dessen Datum an den Überfall von Polen 1939 erinnern sollte. In den 50er und 60er Jahren durch die britischen Ostermärsche überschattet, 1969 aufgrund von Willy Brandts Politik für obsolet erklärt und in den 70er-Jahren vom neugegründeten Komitee für Frieden, Abrüstung und Zusammenarbeit und dem Deutschen Gewerkschaftsbund wiederbelebt, wurde der Friedenstag bis heute aufrecht erhalten. Anfang der 80er Jahre wurde dieser vom DGB offiziell gemacht und fand weiterhin großen Anklang bis sich Mitte der 80er-Jahre der Ost-West-Konflikt beruhigte.
Zur und nach der Jahrtausendwende waren Kernthemen der Weltfriedenstage die Kriege in Jugoslawien, Afghanistan oder im Irak. Besonders in Kritik gerieten dabei die erneute Aufrüstungsspirale, die Vorgehensweise der NATO, der USA, der EU, der Bundeswehr im Ausland, zu hohe Rüstungsausgaben und eine fehlende Auseinandersetzung mit zivilen Maßnahmen zur Befriedung.
Diese Themen sind auch heute hochrelevant und ein jeder, der nicht für Gewalt, Unverständnis, Leid und Krieg steht, sollte sich daher überlegen, klare Position zu beziehen, der Geschichte zu gedenken und sich nicht von propagandistischen Lügen über den Terror zur Kriegsbereitschaft treiben zu lassen. Der öffentliche Widerstand gegen den Krieg besteht nun seit mehr als hundert Jahren und die Anzahl derer, die mit offenen Augen hinter die politisch-wirtschaftlichen Fassaden blicken, wächst. So lasst keine Angst und keinen Hass in eure Herzen und steht aufrecht für den Weltfrieden!

Heutige Aktionen gegen den Krieg: http://www.friedenskooperative.de/termdat.htm

Quellen:
http://www.friedenskooperative.de/themen/aktag-10.htmhttp://vvn-bda-bochum.de/archives/10483
http://www.trend.infopartisan.net/trd0900/t020900.htm
http://vvn-bda-bochum.de/archives/10483
Foto: http://www.mahnwache-hamburg.de

Europa entfernt sich vom Auto

Quelle: http://adfc-blog.de/

Laut einer Untersuchung der EU sind die Menschen in Europa verkehrsflexibler, rationaler und umweltbewusster, als bisher angenommen.
Außerdem: Weniger Fahranfänger unter 20 Jahren, Fahrräder und E-Bikes werden immer beliebter, Städte und Länder fördern öffentliche Verkehrsmittel und kombinierte Angebote.

Wie schon im Vorfeld vermutet ergab eine von der Europäischen Union in Auftrag gegebene Untersuchung, durchgeführt unter anderem von der Allianz Pro Schiene, dass ein Großteil der Bürger in Europa sich funktional intelligentere und nachhaltigere öffentliche Verkehrsmittel wünschen. Besonders ein Zusammenspiel von Bus, Bahn und Ausleihe von E-Bikes oder Autos finden großen Anklang, was Angebote wie die sogar überregionale Vernetzung von Bussen im 30-Minuten-Takt mit Pedelec-Mobilstationen in Mettingen zeigen. Nordrhein-Westfalen, wo es insgesamt 100 Radstationen sowie ein landesweit gut ausgebautes Netz von Radwegen gibt, hat in diesem Bereich eine gewisse Vorreiterrolle, doch auch andere Städte und Kommunen erkennen immer mehr die Notwendigkeit für einen Mobilitäts-Umschwung.
Carsharing– und Radleih-Angebote erleben zur Zeit in Deutschland und Europa einen Boom, bleibt nur noch zu hoffen, dass besonders der öffentliche Fernverkehr mit der Bahn wieder bezahlbarer wird – vielleicht wäre ein Umdenken weg von der Privatisierung da von Vorteil.
Auch in den zurückgehenden Zahlen der unter 20-jährigen, die den Führerschein machen und im nachbarschaftlichen Carsharing zeigt sich die Entwicklung weg vom eigenen Auto. In ländlichen Gegenden zeichnet sich dieser Trend natürlich deutlich geringer ab – dem könnte jedoch etwa mit besseren öffentlichen Sammeltaxi-Anschlüssen entgegengewirkt werden. Fahrlehrer begrüßen indes „etwas reifere Fahrschüler“ und fokussieren ihr Angebot teilweise sogar auf Senioren.
Obwohl Zeit bei dieser Thematik ein große Rolle spielt, so besteht doch Hoffnung, dass wir eine immer schnellere Abkehr von fossilen Brennstoffen erleben und die Nutzung regenerativer Energien – auch bei der Fortbewegung – zum Normalfall wird.

Quellen:
http://www.wdr5.de/sendungen/leonardo/verkehrswende100.html
http://www.heise.de/autos/artikel/Trend-Fuehrerschein-fuer-Jugend-weniger-bedeutsam-als-frueher-2507310.html
Foto: http://adfc-blog.de/

Vorbildliche Facetten: Frankreich

(cc) https://www.flickr.com/photos/taylormiles/

Der erste Teil meiner Länder-Serie „Vorbildliche Facetten“, die kulturelle, gesellschaftliche und politische Zustände betrachten wird, welche das Potential zum Vorbild für eine gerechtere Welt innehaben, behandelt unseren Nachbarn Frankreich.

Während vor einigen Monaten der längste Streik der Bahn-Geschichte stattfand, hatte man es mit vielen Zeitgenossen zu tun, die eher genervt auf die Situation reagierten und für eine solidarische Stimmung nicht viel übrig hatten. Die Gründe hierfür können vielfältig sein und sind aus praktischer Sicht nachvollziehbar, jedoch dient dies als gutes Beispiel dafür, dass die Talente unserer Kultur eher in anderen Gefilden vorherrschen als in einem Bürgertum, welches für sich auf- und einsteht.
Als in Frankreich die Landwirte letztes Jahr gegen Steuern oder dieses Jahr gegen Billig-Importe und ungleiche Wettbewerbsbedingungen in Europa protestierten, gab das ein etwas stärkeres Bild ab, als zum Beispiel die hiesigen Proteste der Milchbauern gegen den Preisverfall: Da wurde an den Grenzen die Einfuhr von deutscher und spanischer Importware verhindert, Mist und Schrott vor Discounter-Supermärkten abgeladen und Ware beschlagnahmt – ein Protest, der deutlich mündige Bürger zeichnet, die nicht am Rande des Ruins kapitulieren. Und dieses Vorgehen scheint etwas zu bewirken, denn Politik und Industrie lenken ein und reagieren mit finanziellen Zugeständnissen, was den französischen Bauern jedoch nicht reicht – sie fordern langfristige Lösungen.
Weniger passiv zeigte sich auch die französische Regierung nach den Enthüllungen zu den massiven Abhörvorgängen der NSA und besonders Justizministerin Christiane Taubira, die über mögliches Asyl für Snowden und Assange in Frankreich sprach. Und wenngleich Frankreichs Empörung angesichts seiner Abhör-Pläne gegen die eigene Bevölkerung als heuchlerisch empfunden werden mag, so macht Frankreich immerhin auf internationaler Ebene den Mund auf. Ebendies geschah auch in der Debatte um die Krim, als der französische Geheimdienst die US-Dominanz in der NATO und fehlende Beachtung eigener Erkenntnisse zu den russischen Vorhaben kritisierte.
Auch ein vorbildliches – wenngleich unzureichendes – Gesetz für einen nachhaltigeren Umgang mit Nahrungsmitteln hat Frankreich dieses Jahr erlassen. Es zwingt Supermärkte ab einer Größe von 400 Quadratmetern, eine Vereinbarung mit einem wohltätigen Verein zu schließen und übrige Nahrungsmittel zu spenden. Kleinere Märkte können sich zwischen Spenden oder der Entsorgung als Kompost für landwirtschaftliche Betriebe entscheiden. Begründete Kritik an dem Gesetz weist darauf hin, dass das Wegwerfen von Lebensmitteln zu einem viel höheren Anteil in der Gastronomie und in Privathaushalten stattfindet, was sicherlich als ein Phänomen der stark industrialisierten Welt zu betrachten ist. Im Vergleich zu Deutschland oder Österreich allerdings warfen die Franzosen schon zuvor nur etwa halb so viele Lebensmittel weg.
Es gibt in Frankreich also durchaus die ein oder andere Scheibe zum Abschneiden. Und ganz generell angemerkt: Ein jedes Land, eine jede Kultur hat ihre Besonderheiten, Stärken und Schwächen, Erzeugnisse und Mängel, Talente und Defizite und es ist ein erstrebenswertes Ziel, diese zu erkennen und ohne reine Eigennützigkeit oder Abgrenzung und zum Wohle einer gesunden Weltgemeinschaft gegenseitig zu integrieren beziehungsweise auszugleichen. Dies außer Acht zu lassen und sich beispielshalber einzig auf eine Union in der Währung zu verlassen, wie es in der Eurozone passiert zu sein scheint, ist unvorsichtig und offenkundig nicht förderlich für ein friedliches Auskommen der Länder.
Eher ein wachsendes Bewusstsein über die herausfordernde Notwendigkeit von Toleranz, Verständnis und Akzeptanz zwischen den Kulturen wird einen Weg aus aus der Waffengewalt ebnen. Und wenn dieses Bewusstsein groß genug ist, wird sich auch niemand mehr finden lassen, der bereitwillig für die Interessen einer Elite oder eines Diktators in den Krieg zieht.

Foto: https://www.flickr.com/photos/taylormiles/1047043772

Nach Versammlungsverbot nun doch Willkommensfeier für Flüchtlinge in Heidenau

(c) dpa

Nachdem aufgrund der fortwährenden Angriffe auf die provisorische Flüchtlingsunterkunft in Heidenau sich dessen Bewohner schon kaum noch auf die Straße trauten, fand am vergangenen Freitag Nachmittag eine befreiende Willkommensfeier mit Live-Musik, Grillen und Spendenausgabe für die Asylsuchenden statt.

Organisiert vom Bündnis Nazifrei Dresden und unterstützt von Aktivisten der linken Szene verschiedener Städte sowie Grünen-Politiker Cem Özdemir scheint das Fest eine gelungene Grundsatz-Aktion gewesen zu sein, die den Flüchtlingen in Deutschland zeigen soll, dass die Mehrheit der Deutschen die globale Situation versteht, Verantwortung übernimmt und geflüchtete Menschen freundlich willkommen heißt.
Am Vortag war vom zuständigen Landkreis ein Versammlungsverbot aufgrund nicht ausreichender Polizeikräfte ausgesprochen worden, welches das Dresdner Landgericht darauf jedoch für „offensichtlich rechtswidrig“ erklärte. In nächster Instanz wurde die Aufhebung des Demonstrations-Verbots zwar wieder zurückgezogen, die Willkommensfeier jedoch davon ausgenommen und so konnte diese trotzdem auf legale Weise und im öffentlichen Raum stattfinden.
Der sächsische Innenminister Markus Ulbig (CDU), der ebenfalls zu den Feierlichkeiten erschien, wurde indessen aufgrund früherer Äußerungen zur Flüchtlings-Debatte massiv ausgebuht und verbal angegriffen, weshalb er vom Gelände „fliehen“ musste.
Am Abend positionierte sich dann trotz Verbot noch eine Gruppe von ca. 250 Nationalsozialisten in der Nähe der Flüchtlingsunterkunft. Diese wurde jedoch von Polizeikräften umstellt, einzeln fotografiert und jeweils mit einem persönlichen Platzverweis nach Hause geschickt.
Das Versammlungsverbot bleibt übrigens bis Montag bestehen und stellt zwar eine fragwürdige Praxis dar, dürfte den Flüchtlingen in Heidenau aber auch eine kleine Verschnaufpause bringen.

Links & Quellen:
www.dresden-nazifrei.com
http://www.rtdeutsch.com/30375/inland/willkommensfest-fuer-fluechtlinge-in-heidenau-ein-voller-erfolg/
http://www.zeit.de/politik/deutschland/2015-08/willkommensfest-heidenau-fluechtlinge-reportage
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/heidenau-willkommensfest-fuer-fluechtlinge-darf-doch-stattfinden-a-1050378.html
https://www.tagesschau.de/inland/heidenau-versammlungsverbot-107.html
http://www.zeit.de/politik/deutschland/2015-08/heidenau-dresden-sachsen-versammlungsverbot-rechtswidrig
http://www.sueddeutsche.de/politik/nach-willkommensfest-in-heidenau-polizei-schickt-rechte-demonstranten-nach-hause-1.2626610
Foto: dpa